Biografisches

bild-4-3

Anne Hefer studierte Kunstgeschichte und Germanistik an den Universitäten Marburg und Köln und Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Sie ist Autorin der Zeitschrift KUNST im Friedrich Verlag Velber und Mitglied des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen, des Frauenmuseums Bonn und im Hagenring Hagen.
Anne Hefer wird international vertreten von der LDXArtodrome Gallery Berlin/Malta/ Hong Kong.

www.artodrome.de

www.duesseldorfer-kuenstlerinnen.de

http://hagenring.com





Zu meiner Arbeit

Was mich beim Malen bewegt, ist nicht die Intention, topografisch feststellbare Räume abzubilden. Der Raum, in dem wir leben, ist ja auch nicht nur von bestimmten Qualitäten ein für allemal eingegrenzt, sondern wandelt sich durch schweifende Erinnerungen, Stimmungen, Imaginationen. Worum es mir geht, ist vielmehr die Eröffnung von Farb-Räumen mit einer Binnenstruktur von Irrwegen, Haltepunkten, Ruhezonen, Explosionen. Das Balancieren zwischen Real- und Bildraum interessiert mich.

Ausgangspunkt ist immer die Farbe: Ein Schwefelgelb verlockt mich, Kobaltblau beunruhigt und zieht magisch an, Karminrot besänftigt. Beim Verflüssigen und Verschieben der Ölfarbe auf der Leinwand entstehen wie von selbst Erscheinungen, wie sie in der Wirklichkeit vorkommen könnten, Wolken, Wasser, Erde, Licht, Luft kommen ins Spiel mit der Farbe. Zugleich geben sie wie in einem Spiegel Erosionen unseres Lebens, unserer Zeit, unserer Geschichte wieder. Durch Steuerung und Zufall also entstehen Schichten auf der Leinwand, die sich zu Räumen entwickeln. Sie mögen Assoziationen zu Land- und Seestücken auslösen oder zu Innenräumen. So wird Malen für mich Erinnerung, Entwurf, Spiel, ein Versuch, Zeit anzuhalten, um mich zu vergewissern, mit jedem Bild aufs Neue: Wie könnte es gewesen sein? Was könnte sein? Was könnte werden?

Dazu gehören auch visuelle Erinnerungen: Manchmal möchte ich mir – bei allem respektvollen Eingedenken der Distanz – einfach ein Stück Himmel von Guardi ins Bild holen oder spielen mit den vieldeutigen Chiffren von Schiff und Meerfahrt bei C. D. Friedrich.

Wie in einem Déjà-Vu begegnete mir in einem Essay des französischen Kulturphilosophen Michel Foucault, unter dem Titel "Andere Räume", die Beschreibung, die ich auch den von mir umkreisten Räumen zueignen möchte: "Der Raum unserer Wahrnehmung, der Raum unserer Träume, der Raum unserer Leidenschaften – sie enthalten in sich gleichsam innere Qualitäten; es ist ein leichter, ätherischer, durchsichtiger Raum, oder es ist ein dunkler, steiniger, versperrter Raum der Höhe, ein Raum der Gipfel, oder es ist im Gegenteil ein Raum der Niederung, ein Raum des Schlammes; es ist ein Raum, der fließt wie das Wasser; es ist ein Raum, der fest und gefroren ist wie der Stein oder der Kristall."